ERA/ BERA

In meinem letzten Beitrag habe ich euch erklärt, was ein Neugeborenenhörscreening ist und wie die Untersuchung abläuft. Normalerweise findet der Hörtest in den ersten drei Tagen nach der Geburt statt. Jedoch klappt der Hörtest nicht immer direkt. Möglicherweise ist der Gehörgang nachmittags Fruchtwasser verstopft, oder dein Baby lässt die Untersuchung im Schlaf nicht zu und es bestehen zu viel Unruhe bringende Umgebungsgeräusche. Es gibt verschiedene Ursachen für ein ungenügendes Testergebniss, also keine Panik. Es kann also sein, dass ein erneuter Hörtest zum späteren Zeitpunkt-meist innerhalb des 1. LM- durchgeführt wird.

Nur etwa 1/4 der zunächst festgestellten Hörschäden werden in einer genaueren Untersuchung bestätigt. Eine genauere Untersuchung ist die ERA bzw. BERA.

Die ERA-Untersuchung ist eine computerunterstützte Hörprüfung. Mit Hilfe der „Elektrischen Reaktions- Audiometrie“ ist es möglich, das Mittelohr, das Innenohr und besonders den Hörnerv auf Funktionsfähigkeit zu überprüfen.

Die „BERA“ ist eine besondere Form der „ERA“, nämlich eine Untersuchung speziell des Hörnervanteils bis zum Hirnstamm. Der englische Begriff, der der Abkürzung zugrunde liegt, lautet „Brainstem Electric Response Audiometry“.

Im Falle einer Funktionsstörung kann man auf diese Art und Weise recht genau den Ort der Erkrankung angeben.

Der Computer misst hierzu winzige elektrische Spannungen, die im Innenohr und im Hörnerven entstehen und die dann von der Kopfhaut abgegriffen werden. Außerdem misst er die Reaktionszeiten des Innenohres und des Hörnerven auf einen Tonreiz („click“) – Reaktionszeiten. Die Spannungsänderungen werden als Kurvenzug dargestellt. Aus dem Vergleich Ihrer Meßwerte mit denen von gesunden Menschen läßt sich die Diagnose stellen.

Diese Methode ist für Säuglinge geeignet, da die Untersuchung ohne Hilfe und Angaben des Patienten auskommt.